Advent, Abenteuer und ein Hauch von Wildseide

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Ich predige nun schon seit Wochen. Mit ansteigender Dringlichkeit. NICHT UM Entscheidungen zu forcieren, sondern um Prozesse zu optimieren, damit der Stress nicht so groß wird. Gerade jetzt. Wo es doch Weihnukkah-Zeit ist. Wir feiern beide Festperioden. Der Advent ist bei uns jüdisch-christlich.

Quasi kongruent mit der Leitkultur.image

Ist uns aber eher schnuppe. Wir haben von Anfang an mit unseren unterschiedlichen Glaubensbekenntnissen ganz demokratisch gelebt: Er isst koscher, ich nähe Weihnachtstischläufer und bin wahrscheinlich die einzige Jüdin, die in einer Schola singt. Unser Thema um diese Jahreszeit ist: Wie bekommen wir einen besinnliche Festzeit in Einklang mit dem Hochzeitsstress? Mein Göga hat da andere Ansichten als ich und unterschätzt gerne mal die Eigendynamik, die Hochzeitsvorbereitungen entwickeln können. Er hat in meinen Augen oftmals etwas von einem Flußanrainer, der sich wundert, wo das Hochwasser so plötzlich her kommt- während er schon Wochen vorher das Dach gegen den Dauerregen abgedichtet hat…. To make a long Story short: Nachdem ich mir wochenlang die Klappe in Fransen gesabbelt hatte, dass am 01. Dezemberwochenende die Stadt bestimmt voll sein wird und Aachen ( Geschäftssitz der designierten Schneiderin des Hochzeitskleides) sicherlich das Ziel vieler Ausflügler sein würde, und ich immer wieder vertröstet wurde und NEIN, es sei sicherlich nicht notwendig, den ersten Stoffaussuch – und Maßnehmtermin ein KLEIN wenig früher zu machen, und ja, man würde auch am gleichen Tag des Aachen- Trips noch die Tortenprobe und Adventsdeko locker hin bekommen, ergab sich dann: Hat sich was, die Schneiderin ist knapp 1000 Kilometer weiter weg gezogen und wir haben es erst Vorgestern erfahren. Aachen gestorben, Hetzjagd durch Bonn- kein wintertaugliches Hochzeitskleid für eine Frau deutlich über 1,65 m (und auch keine Torte ) zu bekommen. Abenteuerliche Aussagen von Hochzeitsdress-Pseudofachverkäuferinnen die weder Ahnung von Anatomie, Textilköpern oder auch nur ansatzweise angemessener Kleidung bei Februartemperaturen haben und frau wahrhaftig ein Spaghettiträgerkleid MIT SCHLEIFE AM PO und BOLEROJÄCKCHEN verpassen wollen. Tränen, keine Lust auf Advent, Hochzeit im Allgemeinen und überhaupt. Noch nichtmal einen gescheite Zuckerbäckerei hat es in der (Bundes-)Innenstadt.image

Nach kurzem Überlegen entschied ich mich gegen weitere hysterische Maßnahmen ( und vorerst auch gegen jede „habichdochgesagt“-Mimik und schleifte den Göga auf Empfehlung meiner Bonner Kleiderdealerin zu einer Maßschneiderin. Die bekam das gepinterestete Hochzeitskleid ( in GB entdeckt) gezeigt, die von Frau Fadenwerkerin sich so ausgedachten Modifikationen erklärt und nickte. Der Göga wurde daraufhin zum Farbmusterholen geschickt, derweil die Damen die näheren Einzelheiten klärten. Nach Verabredung des ersten Anprobetermins wurde dann alles herrlich entspannt ( das Schuhesuchen haben wir auf ein anderes Mal verschoben, dafür aber noch den Wochenendeinkauf auf dem Markt erledigt, selbststreifenden Sockenwolle für den Göga ausgesucht und Zuhause alles fein dekoriert). Abgekämpft und glücklich verkünden wir Euch den ersten Advent!

Vorher:

image image image image image imageNachher:imageimageimageimageimageimageimageimageimageimage

Musste das sein? Ja aber sowas von!

Hatte ich erwähnt, dass ich strangfärbesüchtig bin? Jaaaaa- ne also ich hab jetzt nicht SCHON wieder gefärbt, so iss das nicht. Ich bin zurzeit in Materialrecherche. Die Stränge von Supergarne sind super, da warte ich noch auf die restlichen, die ich bisher nicht kenne. So mit Lurex und bling…

Des Weiteren habe ich beim Wollschaf Rohstränge gekauft: BFL -Bambus, Falkland -Merino- Bambus und noch was….sag ich dann an, wenn ich die Färbe. Die Stränge sind eindeutig höherwertiger als die von Supergarne, kosten aber pro Strang zwischen 6 und 15 Euro. Kommt also an die Preise von Atelier Zitron und Opal ran- deren Rohlwollstränge noch auf meiner Wunschliste stehen, da werde ich mir wohl was zu Weihnachten schenken, oder besser doch zu Ostern???? Im Frühjahr trocknet ja alles schneller *hüstel*…äh…wo waren wir? Ich sample also gerade Rohwollstränge, hehe.

Aber ab davon hab ich ja die EITITEITI-LECKER-LECKER—-*quietsch + vor Verzückung die Augenverdreh*…also die gefärbten Stränge von weiland ;O) und die hab ich z.T. schon gewickelt. Rein chronologisch wäre jetzt eigentlich ein Strang von Farbularasa in der Verarbeitungsreihenfolge dran da ich ja schon einen ersten meiner „Selbstis“ verstrickt habe und die Socken MIT WONNE trage.- und der kommt auch noch dran, der gute  Carribbean-Strang- aber ich musste musste musste…einen weiteren von meinen anschlagen, weil mir beim Wickeln auffiel, dass die Farben hervorragend zu meinem Winterfilzmantel passen.201343 Und da ich Schlaunase ja erfolgreich versucht habe, immer 2 Stränge gleich oder doch passend  zu färben, wird es wohl für ein paar Stulpen und eine Mütze reichen- und einen Schal? Hm… we’ll see.201344 Das Muster habe ich aus meiner Mustersammlung und es strickt sich recht nett. Den cuff habe ich 1 re 1 li gestrickt über 30 Reihen und dann habe ich dieses Nadelstreifenrippenmuster angesetzt. Ja, ja, das Frauchen ist begeistert.201345201347201346

Tuesday.Again.Happy me!

image„Strickst oder häkelst du auch in der Öffentlichkeit (also in Cafés, Bus und Bahn, Büchereien, in der Uni, am Arbeitsplatz etc.)? Wenn ja, welche Erfahrungen hast du damit gemacht und wie reagiert die Umwelt darauf? Wurdest du schon angesprochen und was haben sie gesagt?“

Vielen Dank an Katharina für die heutige Frage!

Ich stricke, häkle und handspindele in der Öffentlichkeit. In Bahnen eher als in Bussen, denn während des Busfahrens wird mir schon mal schlecht, wenn ich stricke oder lese. Im Wartezimmer, im Café,in der Mittagspause, wenn wir mit dem Chor unterwegs sind und auf den Beginn der Veranstaltung warten. Ich hab immer einen Projektbeutel dabei. In der Regel ernte ich interessierte Blicke, ab und an einmal werde ich angesprochen. Ich würde sagen, in 3 von 10 Fällen, in denen ich stricke/häkele, werde ich angesprochen, dabei meist von denen, die selber stricken/häkeln oder mal gehandarbeitet haben. Beim Handspindeln sieht es anders aus, da werde ich eigentlich IMMER angesprochen und meist gefragt, was ich da denn überhaupt treibe. Da habe ich dann schon das Gefühl, dass ich terroristischer Umtriebe oder doch zumindest der Vorbereitung einer Sprengkapsel bezichtigt werde. Kinder sind da auch cooler als Ihre Eltern und sprechen mich in bekannter „Tante, was machst Du da?“- Manier an, während Mutti meist den Sprössling am Schlaffittchen grabscht und von dannen zieht, bevor das Böse in Handspinnerinentarnung die Seele ihres Kindes schwärzt. Vermutlich wecke ich in Müttern auch den Reflex: „Quatsch nicht, sonst frisst sie dich“ Ich bin da nicht böse drum, da ich grundsätzlich nicht gerne angesprochen werde, damit aber ganz gut leben kann. Wenn man mich in Ruhe lässt gut, wenn man mich höflich fragt, dann gebe ich sogar Antwort und wenn man ganz besonders entzückend ist, dann erkläre ich sogar genau, worum es geht.  Beim Stricken passiert es meist, dass ich so von der Seite angesprochen werde- und der Standard-Eröffnungszug ist in 9 von 10 Fällen „ Häkeln Sie oder stricken Sie da?“ Wenn diese Einleitung fällt, schweige ich meist und lächele nur ein Weilchen nichtssagend, denn ich weiß, es kommt die Ergänzung:“ Ich konnte das noch nie auseinanderhalten“. Meist antworte ich dann zwar höflich aber mit einer gekräuselten Oberlippe, so dass ganz klar ist, dass ich mich nicht mit AmateurInnen abgebe. Ich brauch niemanden, der mich beim Maschenzählen zutextet. Wenn jemand neben mir ein Buch oder eine Zeitung in der Hand hält frage ich ja auch nicht: „Lesen oder schreiben Sie da, das konnte ich noch nie auseinander halten“…ich käme gar nicht auf die Idee, dass der- oder diejenige angesprochen werden will, da  die Person ja nun mal offensichtlich beschäftigt ist.  Mein Plan, Unterhaltungen zu vermeiden geht auch meist auf. Nur die besonders hartnäckigen Exemplare werden dann tatsächlich mit Mehrwortsätzen bedacht. Ich weiß Engagement im Angesicht aussichtsloser Unterfangen zu würdigen und belohne freundlich vorgebrachtes Halbwissen. Richtig Spaß machen mir Kinder, die es echt wissen wollen. Richtig auf den Keks gehen mir sporadische Papis, die ihren pädagogischen Mehrwert an mir  und meinem Handwerk abarbeiten wollen und vollmundig ihrem Nachwuchs die Technik des Stäbchenhäkelns erläutern, während sie vielsagend auf mich deuten, die ich gerade an einer Ajourmustersocke stricke.  Auch genial sind Unterhaltungen mit passionierten HandarbeiterInnen, diese Spontankontakte liebe ich. Und da stelle ich dann auch das Klugscheißen ein, denn ich bin immer an ehrlich zugewandtem Austausch interessiert. Aber diese Gelegenheiten sind der normalen Öffentlichkeit eher selten, also außerhalb von Handarbeitsmessen und ähnlichen Veranstaltungen. Ignoranz und Dummheit prägen unsere Gesellschaft leider auf vielerlei Art, so auch im Umgang miteinander und der Grenzüberschreitung im Alltag. Nicht jeder, der sich ungewöhnlich verhält, will auch darauf angesprochen und hingewiesen werden. Mir würde es reichen, wenn es schweigend zur Kenntnis genommen wird. Aber selbst das muss ich nicht haben. Ich bin gerne verquer und seltsam. Und wenn ich dann in Blogartikeln lese, dass sich handarbeitende Menschen tatsächlich anfeinden lassen müssen, dann kann ich da nur den Kopf schütteln. Wäre ich Darwinist, würde ich sagen: Okay, nicht lang fackeln, Maul stopfen und der Dummheit aufs Haupt schlagen, nur so bekommt man das auch auf  lange Sicht aus der Fortpflanzung getilgt. Aber geht natürlich nicht, denn ich bin leider humanistisch gebildet. Also ich werde, wenn ich mal angegiftet werde entweder antworten: 

„Na sein se ma froh, dass ich hier keine Popel durch die Bahn flitsche“

 Oder

„ Wissen Sie, dass aufgrund Ihrer abschätzigen Bemerkung jetzt 100 kleine Kätzchen tot umfallen?“

Aber ich habe noch nie so ein Negativ-Input bekommen. Bei mir ist es wirklich eher das Problem, dass es mich nervt, darauf angesprochen zu werden. Aber ich lebe lieber damit, als nur Zuhause handzuarbeiten. Denn besser als ne Kippe an der Bushaltestelle zu rauchen ist es doch, den vermaledeiten Schal endlich fertig zu bekommen, gell?

Ich wüsste auch mal gerne, wie es wohl wären, wenn ich so einen Headset-inderFußgängerzone- Mobiltelefonierer antippe und frage „ Entschuldigen Sie, was machen Sie da ist das Telefonieren oder führen Sie ein Selbstgespräch, ich konnte das noch nie auseinanderhalten? „…also ich mein….

 

pure fibrep*rn

Während der Fixierstunde meiner Wollstränge hatte ich dann noch die Eingebung, meinen Kammzug-Vorrat zu plündern, hier das Ergebnis. Gefärbt wurden die Qualitäten: Merino-Bambus, Alpaka,Wensleydale, BFL- kleiner Tip für die LustmolchInnen unter Euch: Wenn Ihr einmal auf das erste Foto klickt, geht der Vergrößerungs-Galerie-Modus auf….da schwelgt es sich besser…get infected…hehehe…

Tuesday tip jar

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„Ich kaufe zunehmend Garn per Bestellung. Leider bin ich zum zweiten Mal in der Lage, daß ich einen ärgerlichen Mangel am Garn feststelle. Deshalb meine Frage: Wie geht Ihr mit Mängeln um, die ihr beim Stricken feststellt, wenn Ihr Garn per Bestellung gekauft habt?

Beim ersten Mal kaufte ich Wolle auf Konen und stellte beim Abstricken fest, daß die Lauflänge zu gering war. Das habe ich auch nur gemerkt, weil ich einen zweiten Faden von konfektionierten Knäueln mitgestrickt habe. Das Garn von der Kone war schneller zu Ende als das Knäuel (gleiche Lauflänge). Mit einer leeren Kone konnte ich das tatsächliche Gewicht der Wolle feststellen: es war zu wenig Garn aufgespult. Ich habe dann reklamiert, aber es war schwierig, den Mangel zu belegen.

Jetzt stricke ich ein Garn, das nicht reißfest ist. Auf 5 cm Höhe bei 120 cm Breite ist mir nun schon drei Mal eine Masche der Vorreihe gerissen, als ich sie abgestrickt habe. Das finde ich ärgerlich, zumal bei dem Preis, 50g Knäuel kostet 7,95 €. Es handelt sich um die donegal von Lang.

Kennt Ihr solche Probleme und wie geht Ihr damit um?“

Und wieder kommte eine interessante Fragestellung dienstags zu mir durch 

das liebe Wollschaf

Ich hab bisher nur einmal „Ärger“ mit einem Garn gehabt- es handelte sich um einen Zauberball von Schoppelwolle, da war das Garn geknotet. Ich habe damals als Strickanfängerin gedacht, das sei normal. Und deshalb bin ich nicht aktiv geworden. Passierte mir das heuer wieder, ich würde in den Wolladen gehen und reklamieren, oder bei einem Versandhandel den Kundenservice kontaktieren. Grundsätzlich meine ich, dass eine Ware immer fehlerfrei zu sein hat. Fehlerfrei im Sinne, dass keine die Nutzung der Ware im für sie bestimmten Zweck beeinträchtigenden Mängel vorhanden sind. Da spielt das Preissegment keine Rolle. Wenn der umtausch nicht klappt, wäre der Hersteller für mich eben erledigt. Wenn auf die begründete Reklamation eingegangen wird, dann gebe ich dem Hersteller noch eine Chance. Fehler passieren, auch in der Endkontrolle der Qualitätsprüfer.

Die Mängel, die  beschrieben werden, sind erheblich. Bei der Nachweisfrage würde ich behaupten, in Sachen Lauflänge hat man Pech gehabt, von der Marke würde ich aber kein Garn mehr kaufen. Die Reißfestigkeitssache …da würde ich das Angestrickte einschicken- aber nicht das Originalknäuel, (sicher ist sicher) nachher isses weg. Vielleicht schicken die Hersteller aus Kulanz einen neuen Strang? Lang ist eine der Marken, die ich sehr gut in Erinnerung habe aus der Zeit, als ich noch viel mit gekauften Handstrickgarnen gestrickt habe. Mittlerweile kaufe ich überwiegend für das Sockenstricken, Handstrickgarne spinne ich selber. Bei den Sockengarnen habe ich nix zu meckern, das gilt für die Waren der privaten FärberInnen als auch der kommerziellen Großanbieter wie Schoppel, Regia, Opal und Co.Vielleicht liegt es einfach an einem LOT dass nicht richtig gezwirnt wurde, weil die Maschinen frisch umgestellt waren oder so.

Wurmt mich doch…

… die Wurmmütze…lange schon hatte ich sie in der Warteschlange, das Muster hatte ich unter den „free patterns“ bei www.ravelry.com gefunden. Und nun war es soweit. Ich habe einige reine Baumwollgarne, mit denen ich allerseltenst etwas anzufangen weiß, da ich lieber Pflanzen-Tierfasergemische verarbeite, das ist die kuschelige Seite in mir. Bei Mützen sind reine Baumwollgarne in meinem Fall jedoch gar nicht so unklug, die Innenseite der Krempengegend verschmutzt recht schnell, da ich eigentlich immer gestylt und geschminkt bin ( ja ich steh dazu, dass ich die Wunderwirkung der modernen Kosmetikindustrie verehre, spätestens seit meinem 40. Geburtstag). Das wiederum zieht nach sich, dass die Mützen bei mir sich recht rabiaten und auch häufigen Waschungen unterziehen müssen- und ein dementsprechender Verschleiß einsetzt, der sich bei Pflanzenfasern wie Baumwolle und Bambus noch am geringsten bemerkbar macht.wurmcoll1

Ich mag slouchies und deshalb war es dann mal als kleiner Stricksnack angesagt, einen Prototyp zu fertigen. Diese Mütze strickt sich von selbst und sitzt super bequem, es gibt die Anleitung für 3 Größen, bei einem Kopfumfang Hutgröße 58 paßt die dritte , also größte Größe, deshalb gehe ich davon aus, dass man sich auch auf die Angaben hinsichtlich der kleineren Größen verlassen kann. Zweifarbig hat sie einen besonderen Reiz, das erste Mal live gesehen habe ich vor etwas über 2 Jahren im Kölner superduper LYS „MASCHENKUNST“ www.maschenkunst.de bei einem der Stricktreffs dort, da war sie in einem Schurwollgarn in schwarz in Arbeit und sah auch sehr schön und vor allem auch recht edel aus.wurmcoll2

Mir persönlich ist die vorgegebene Länge zu lang, da ich keine langen Haare habe ( also eher im Gegenteil), würden auch weniger „Wurmsegmente“ bei mir „slouchen“, insofern werde ich die nächste(n) bestimmt mit weniger stricken, aber bestimmt werde ich noch einige stricken, vielleicht auch in Varianten , als Basis ist das Ding unschlagbar, gerade für Strickmützen AnfängerINNEN total zu empfehlen. Eignet sich auch, um Weihnachtsmützen in recht schneller Folge zu stricken, finde ich, denn für eine Mütze braucht frau maximal zwei Nachmittage. Stundenmäßig würde ich mal schätzen: 8 Stunden, mit Vernähen und schon mal in Geschenkpapier einpacken. Im Hintergrund spinne ich auch wirklich noch, kja doch. und zudem habe ich tatsächlich   auch ein klein bisi zu zeigen: 2013 35

das ist immer noch BFL handbemalt. 2013 332013 322013 31

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Die verstrickte Dienstagsfrage kommt aus dem Archiv des Wollschafes und dreht sich um mein absolutes Lieblingsthema: Socken! YAY!

„Hast Du für Dich die ultimative Socke gefunden?
Und strickst Du sie immer nach dem Schema F? Das heißt – nach welcher Tabelle, mit welcher Ferse, mit welcher Spitze? Immer das gleiche oder variierst Du?“

Ich habe für jeden Fuß, den ich bis jetzt bestrickte, die optimale Form herausgetüftelt. Und das für die Nadelstärken 2-3,5- denn dann hat man das gleich alles abgefrühstückt. meine Komfortzone liegt bei 25,0, aber manchmal gefallen mir auch Garne, die ich besser mit 2,5-2,75 oder gar 3,0 verstricke.Wie schon früher einmal beschrieben bin ich der Meinung, dass nur eine absolut passgenaue Socke den Aufwand überhaupt wert ist. Ansonsten kann man sich den Aufwand nämlich sparen und Socken kaufen.Die vorgegebenen Tabellenwerte sind eher als Richtwerte zu verstehen, damit man grob weiß, wie lang der Fuß von Fersenende bis Spitzenbeginn in einer bestimmten Schuhgröße ist. Und welche Spitzen -und Fersenformen man mal so grob für die zu bestrickenden Füße anpeilen sollte. Ich finde die Tabellen, die es gibt überwiegend super aber man sollte nicht sklavisch dran kleben. Ich persönlich arbeite vorzugsweise mit dem Buch „ Der geniale Sockenworkshop“, wenn ich was Neues herausfinden möchte. Danach, wenn dieses Buch als Quelle ausgeschöpft ist, begebe ich mich gerne auf Mod-Tutorials im Netz. Denn da werden dann Vorschläge zu den Grundvarianten gemacht und meist findet sich genau meine Spezielle Fragestellung irgendwo wieder.Für meinen Mann und meinen Vater gibt es  jeweils nur ein ausgearbeitetes Modell, danach wird immer wieder gestrickt. Zu vairieren ist bei Herrensocken generell unwichtig(er), da Männer (meist) (oder: die mir bekannten Männer) weder besonders auffällige Muster noch Farbgebungen bevorzugen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Meine Männer wollen wenn nur gemusterte Beine und deshalb kann ich da locker an einer Fußform kleben bleiben, denn ich muss nicht die perfekte Kombi zwischen Paß(t)form und Muster finden, sondern kann mich komplett auf die Paßform konzentrieren.

Für mich gibt es diverse Modelle, die mir gut passen, die variiere ich. Ich komme mit verschiedenen Fersenarten gut zurecht. Was immer gleich bleibt ist die Spitze, ich liebe die Bandspitze und finde sie auch am schönsten. Da ich meinen Fuß ja dauerhaft bei mir trage , fällt es bei Modifizierungen, die ich für meinen speziellen Fuß vornehme leichter, diese per „Trial and Error“ zu erproben. So stricke ich zwar ganz gerne die Bumerangferse, hab aber trotzdem Spickelmaschen. Die Käppchenferse brauche ich mit einer gänzlich anderen Mittelmaschenzahl, je nachdem, was für ein Muster ist stricke. Meine Männer wollen wenn nur gemusterte Beine und deshalb kann ich da locker an einer Fußform kleben bleiben, denn ich muss nicht die perfekte Kombi zuwischen Paß(t)form und Muster finden, sondern kann mich komplett auf die Paßform konzentrieren. Und dafür ist es eben praktisch, die für alle relevanten Nadelstärken mal durchprobiert zu haben.

 

Einfach mal entspannt Christ sein…

Wieder einmal hebt sie ihr häßliches Gesicht: Die typisch deutsche Unentspanntheit. Diesmal auch noch zu einem Thema, bei dem mensch das eigentlich gar nicht erwartet hätte: St. Martin. In einer Kita wurde angedacht, den St. Martinsumzug „Sonne-Mond- Und-Sterne-Fest“ zu nennen. Man höre und staune ob der Begründung: Aus politischer Korrektheit. Es könne sich jemand mit Migrationshintergrund diskriminiert fühlen.

Da fällt mir erstens ein: Und was ist mit Karneval und Fassenet? Müssen wir das jetzt auch abkoppeln und umbenennen, damit unsere MitbürgerInnen mit Migrationshintergrund sich beim Kammellenfangen nicht diskriminiert fühlen? Tun Sie das überhaupt?

( Nicht das Sammeln- sich diskriminiert fühlen)


Da fällt mir zweitens ein: Wie soll sich jemand durch einen Umzug diskiminiert fühlen, der eine der Grundtugenden der gesamten Menschheit( die zugegebenermaßem auch von der Gesamtheit der Menscheit gerne mit Füßen getreten wird) feiert: Die Barmherzigkeit?

Und vor allem: wieso ist es in Ordnung, das Bayramfest in Schulen und Stadtteilen zu feiern UND AUCH SO ZU NENNEN, aber St. Martin nicht? Ich als Mitglied einer religiösen Minderheit hier in Deutschland freue mich immer über das Hanuka-Kerzenanzünden in Köln und genauso freue ich mich über den Martinsumzug und über die Feierlichkeiten zum Fastenbrechen. Find ich toll, in einem der wenigen Länder zu leben, wo das friedlich und freudig geht. „Du siehst und freust Dich über meinen Glauben und mich sehr und freu mich über Deinen.“

Und dann stellt sich mir die wirkliche Frage: Worum geht es wirklich?

Die Eltern von Ahmed und Djamila gehen genauso zum Karnevalsumzug und zum Laternenbasteln wie die Muttis und Papis von Cornelius und Katharina. Sie freuen sich, dass es in dem Land, dass ihnen nun schon so lange eine Heimat geworden ist, so schöne besinnliche Feste gibt, die Menschlichkeit und Miteinander feiern. Da gehört zum Beispiel Weihnachten dazu, dass weder von Muslimen noch von Juden abgelehnt wird, egal, welche Lehre und welche Institution dahinter steckt. Denn genau wie bei der Erinnerung an den heiligen, Martin geht es bei den christlichen Festen um Gemeinsamkeiten, Liebe und Menschenwürde.

Ein Lichterfest zu feiern ist auch ne prima Idee, zu unserer Entwicklungsgeschichte gehört ja auch das Samhainfest, das findet aber früher im Jahr als St. Martin statt, da könnten ehrgeizige PädagogINNEN noch ein wenig Arbeit reinstecken und die Zsammenhänge zwischen Halloween und Samhain herausarbeiten in ihren politisch korrekten Kitas. Das wäre dann schon ein der frühkindlichen Entwicklung angepasster Ansatz der vergleichenden Kulturwissenschaft. Und nicht der ausgemachte Schwachsinn, der sich da jetzt gerade Bahn bricht.

Bei allem Respekt: Jetzt wird gerade die katholische Kirche ( nicht zu unrecht) ins Visier genommen und zwar auf eine ganz feige Weise: Anstatt gegen die Institution und ihre Verfehlungen klagen, werden Pseudoinfragestellungen wichtiger, prägender ( nicht nur christlicher) Inhalte vorgenommen. Es ist leichter, einen Umzug umzubenennen, als sich vor die Bischofskonferenz zu stellen und gegen Pädophilie und Verschwendungssucht zu demonstrieren. Und dann werden auch noch die armen „Andersgläubigen“ als Grund dafür vorgeschoben. Wie perfide kann mensch sein?  Gesagt sei aber auch: So sehr ich das auch kritisiere, gibt es keinen Grund, die MitarbeiterInnen dieser (oder jeder anderen ) Kita zu bedrohen ( der Artikel in der Süddeutschen erwähnt dies und ich fühle mich an Hexenverfolgungen erinnert)- das ist nämlich genau die gleiche Unkultur wie das Verhalten derer, die zweitausend Jahre religiöse Kulturgeschichte mitmal als mögliche Form der Diskriminierung an den Pranger stellen. Obwohl genau an diesen Pranger ganz andere Verfehlungen gehören als ein Martinsumzug oder eine etwas unausgegorene Progressivität.

Ich hab mich noch nie durch Weihnachten oder St. Martin diskriminiert gefühlt. Just for the record.

SOKO Zweitschlupf

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Frisch aus dem Sockenkoffer kommen die Socken aus selbst gefärbter und gesponnener Sockenwolle. Das pinke Garn ist aus Pflanzenfasern und das mit Blauholz gefärbte Garn ist Schurwolle. Gestrickt toe down mit Käppchenferse auf 2,0-er Nadeln.27 28 29

Ein Dienstag, eine Frage , eine Antwort

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Die verstrickte Dienstagsfrage kommt natürlich via Wollschaf

Hast Du Lieblingsdesigner? Wenn ja, welche, und was fasziniert Dich an ihren Entwürfen? Strickst Du die Designs auch nach, oder bewunderst Du sie nur aus der Ferne?

Ich weiß nicht, ob ich Lieblingsdesigner habe- ich behandele Strickbücher wie Bildbände, um Augenfutter zu bekommen und die eigenen Ideenlandschaft zu befruchten. Ich stricke seit 2005 und konnte mich seitdem nicht dazu durchringen, mich an Anleitungen zu halten- ich mach meine Modelle selber. Das ändert sich langsam, denn ich habe begriffen, dass das Ausprobieren von Anleitungen nicht nur Disziplin bedeutet, sondern auch die eigenen Technikpalette erweitert. Und ich habe begriffen, dass durchaus beides geht: Selber tüfteln wollen und sich trotzdem mal an Vorgaben halten. Für mich gibt es DesignerInnen, die ich gerne nachstricken möchte, sobald ich mich  genug disziplinieren kann, mich noch öfter an vorgegebene Anleitungen zu halten: Martina Behm wegen der klaren Schlichtheit der Modelle. Manchem mögen sie zu schlicht sein, ich mag es gerne bauhausmäßig. Nicht nur aber auch.

Stephen West- teils weil die Tücher schön sind und teils, weil die Klamotten schrill sind. Aber den Hype um ihn kann ich nicht nachvollziehen. Manchmal erinnert er mich an Prince- kennt Ihr den noch, the artist formerly known und so? Aber er hat ein gutes Farbgefühl, wenn frau eher auf der bunten Seite  des Sandkastens siedelt. Und er scheint ein Technikfreak zu sein, was bei Konfektionierung von Strick schpicht und einfach mächtig geile Modelle macht.

 Anne Budd und Cookie A.- einfach schöne Sockendesigns, Detailvielfalt und Farbpracht auf kleinstem Raum und: I am SOCKADICCTED in capital letters. Da komm ich um die zwei nicht rum. Ich liebe Stefanie van der Linden, weil die kann man wirklich super stricken, diese Frau ist geboren um zu lehren. Von ihr hab ich jetzt schon ein paar Sachen nachgestrickt.

 Ich bewundere Kate Davies, aber Fairisle ist noch sehr weit weg von dem, was ich gerade mache.

 Alice Dartmoore, ja die Klassiker eben. Daneben gibt es ein paar sehr talentierte und liebenswerte private Musterdesignerinnen, die nicht kommerziell arbeiten und die ich auf ravely und facebook gefunden habe und sehr bewundere.

 Was ich grundsätzlich an Designs mag: Wenn Material, Farbe und Form mich dazu bringen, das Werkstück die ganze Zeit angucken zu wollen, und es mir in den Fingern juckt, es nachzustricken, dann fasziniert es mich. Ansonsten kann ich auch ohne Faszination einfach stundenlang in Bewunderung ausbrechen, wie man jetzt SOWAS wieder mit zwei Nadeln und was Wolle herstellen konnte.

 Was ich grundsätzlich mit Designs mache: Sammeln und monatelang drauf rumdenken.

 Liebe Grüße und danke für die Frage!