SOKO-Fortschritte und: Wat iss mit den Kerls los?

Der Sockenkoffer macht schöne Fortschritte und ich rechne damit, dass die Socken aus der selbst gesponnen Wolle nun recht zügig das „Refugium Sockosum“ verlassen. Die Quenchies sind auch schon gut bei, der erste Söck ist  fertig und wartet auf seinen Zwilling. Der pinke Söck kommt nicht so voran, das liegt daran, dass ich die gleiche Musterung in den dunkel-lila-farbenen Socken  erst vor Kurzem verstrickt habe und deshalb noch nicht so anregend finde- kommt aber noch.

Frau Ju soll nun aus dem zweiten Knäuel der selbst gesponnenenen Sockenwolle ebenfalls ein Paar fertigen und dann wollen wir das parallel testen, wie sich die Wolle trägt und ob sie sich eignet von der Haltbarkeit her. Ich bin schon sehr gespannt.

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Der Schal des Haus- und Hofschreiner-Papas kommt sehr gut voran, ich bin bei ca. 100 cm Länge. Nun muss ich gerade etwas auf meine Sehnscheidenentzüngung achtgeben, die ja mittlerweile schon leicht chronifiziert. Meist ist eine Strickunterbrechung hilfreich, ich werde daher am WE wahrscheinlich nicht weiter kommen, sondern eher spinnen oder doch lesen- seitdem e-books in mein Leben getreten sind, hab ich da Spaß dran- frau kann da nämlich die Schriftgröße ändern und das ist ja mal ultra-komfortabel ;O)- gerade bei dem riesengroßen Display des iPads. Da macht das Lesen richtig Freude, weil ich trotzdem nicht so oft „blättern“ (i.e: wischen) muss.
Als ich anfing zu stricken, das war im Jahr 2005, da hat mein damaliger Partner das Ganze nicht wirklich ernst genommen. Als mein Mann mich kennenlernte, war er von Anfang an begeistert, wie schön ich bunte Dinge fertige- und je länger wir zusammen sind, desto beeindruckter ist Herr Löwe von meinen Handarbeitskünsten. Er hat auch schon zwei Schals und eine Mütze abgestaubt, aber nie offensiv die Fertigung eines Kleidungsstückes/Accessoires eingefordert. Mein Vater nun wiederum hat das Ganze sehr lange Jahre begrinst und sein Standardspruch war: „Wieviele Schals willst Du eigentlich noch stricken?“ Beim Anblick meines ersten Strickkleides dann verblaßte das Grinsen und machte mildem Erstaunen Platz, dass sich in totale Fassungslosigkeit wandelte, seitdem ich nicht nur stricke, sondern auch noch Rohwolle verarbeite und kardiere, färbe und mein eigenes Garn herstelle.

Seit 2011 bin ich zugegebenermaßen quantentunnelmäßig in meiner Entwicklung und das Interesse meines männlichen Umfeldes an den Produkten meiner Faserwut verändert sich von wohlwollender Ignoranz zu fordernder Neugier. Nicht nur, dass mein Vater sich bequemte, sich einen hangestrickten Schal zu wünschen- was mich verblüffte und erfreute- nein Herr Löwe drängte nun justamente: „Also so schnell wie Du mittlerweile Socken fertig machst- da kannst Du mir auch mal ein Paar machen“- sprach’s, trollte sich Richtung Wollager und kehrte mit einem kunterbunten Knäuel zurück- er weiß, das ich NIE, NIE, NIE ! ! ! dunkle Unisocken stricken würde- son Zeuch kauft man, da gibt man nicht seinen kreativen Geist dran. Nun ist das Knäuel in den Koffer eingezogen und ich brüte darüber, wie ich den Sockenschnitt ansetze, denn Herr Löwe hat im Gegensatz zu meinen extrem langen, schmalen und PLATTEN Füßen so richtig knurpsige Hobbitfüße: Breit, klein und hoher Spann.Da komm ich mit dem von mir für meine Füße erforschten Maßanfertigungsschnitt nicht weit. Aber ich freue mich schon darauf, dies auszuprobieren und direkt für mehrere Nadelstärken anzulegen.


Im Übrigen fidne ich persönlich ja, dass Männer bunt und pfauig sein dürfen sollen. Mir ist aufgefallen, dass ich auch geprägt bin von der Genderisierung in der Strickwelt- ich bin hauptsächlich von Männern umgeben, die „maskuline“ Schnitte und Farben tragen- also all die fröhlichen Grautöne, die das Spektrum so hergibt, da sind grüne Allstars schon ne Revolution!


Mein Mann ist da auch eher klassisch unterwegs, mit kleinen Auflockerungen. Aber ich find das blöd, dass Männer sich da selbst beschränken, und freu mich immer, wenn sie es nicht  tun. Ich persönlich nehme einen Mann im pinkfarbenen Pullover nicht weniger als Mensch ernst, als einen im grauen Gansey- Rolli. Nur bei Anzugträgern tu ich mich schwer, dieses uniform-devote Normative…da fällt es mir manchmal nicht gerade leicht zu denken : „Ja auch dieser Mensch wird einen eignenen, freien und individualistischen Geist haben.“ Aber ich arbeite dran, weniger diskriminativ zu sein ;O) Und ja, ich  fände es ganz wunderbar, wenn mein Mann sein altes Hobby, nämlich STRICKEN wieder aufnehmen würde. Das hat er nämlich mal während des Studiums angefangen und dann wieder sein gelassen, weil sich alle Welt über seinen selbst gestricken Pullover mit Wolkenmustern  und seinen bunt gestreiften Pulli lustig gemacht hat- das waren eben die 80-ger, und da haben die echten Kerle entweder an Sciroccos rumgeschraubt oder Tennis gespielt. Mein Mann hat dann keins von alledem getan, sondern die Welt der Bücher für sich entdeckt- ein klassisches Männerhobby. Aber ich schätze es sehr, dass ich in ihm zumindest schonmal einen begeisterten Wollmiteinkäufer, Spinnradbegutachter und vor allem- Wollvorratmitkuschler habe. Ich fühl mich dann immer so verstanden;O)

SOKO

Der Sockenkoffer hat neue Bewohner10 Zu den Quenchies  ist jetzt ein Socken gewandert, den ich aus dem selbst gefärbten+selbst gesponnennen Swaledale-Kammzug angeschlagen habe, den ich mit einem ebenfalls selbst gesponnenen Seiden-Meriono-Garn verzwirnt hatte.

5Der neue Bewohner wird auf einem Nadelspiel Stärke 3,0 gestrickt ,14 Maschen pro Nadel mit einer normalen Bändchenspitze und danach auf dem Oberfuß im 2/2 Muster, die Sohle glatt.

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Der Sockenkoffer brauchte aber noch ein drittes Mitglied: Da habe ich dann eine plain vanilla sock in pink farbener selbstmusternder Wolle von Supergarne.com angeschlagen, auf zwei Rundstircknadeln der Stärke 2,0, die pro Nadel mal gerade 40 cm lang sind.1

In der Carbonz-Version der Knit-Pros. TRAUM TRAUM TRAUM, macht Laune!!!!!

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Iss zwar geklaut abber stimmt- Missfits

Wennze meins du hätts noch Zeit
datte so viel Zeit vertun kanns
bisse bekloppt
dat is nich wahr
du hasset eilig
wennze tot bis isset vorbei
und vorm sterben musse leben
und dann musse au ma fragen
oppe happy…bis gehse als erste hasse pech
bleibste übber is et irgendwie besser
aber jammer nich rum
geh doch raus
hau auffe Kacke
oft braucht et Zeit
bis datte weiß watte willst
und wie de hinkommst
bisse dann da
isset klar
isset besser als wie et war nur wer vögelt
kann auch fliegen
über Berge, über Täler
über Falten, Bäuche und die Wechseljahre
geh zum Lachen nich in Keller und
wennze weinst, dann aber richtig
lass ma locker
lass ma gehn
sei ma happy Wennze weiß, watte wills
musse machen, datte hinkomms
kommse zu spät, isset vorbei
hattat Leben dich bestraft
oft braucht et Zeit, bis datte weiß
watte willst und wie de hinkommst
bisse dann da, isset klar
isset besser als wie et war ja ja — ja ja
Eierlikör is wunderbar!

Der Tag an dem das Wasser kam

Am Donnerstag, den 20.06.2013 hat uns das Unwetter in Bonn erwischt. Kanaldeckel flogen meterhoch in die Luft, Straßenzüge und Unterführungen wurden zu Bächen, Wohnungen wurden von allen Seiten geflutet, die Kanalisation suchte sich ihren
Weg- so auch bei uns.

Wäre ich nicht krankheitsbeding wegen einer Erkältung Zuhause gewesen und hätte unser Apotheker nicht sofort hilfreich mit das Einbrechen des Wassers vermindert, so wäre alles noch viel schlimmer gekommen. So wurde unsere Toilette und unsere Duschtasse zum Hydranten und innerhalb von 10 Minuten lief unsere Souterrainwohnung ca. knöchelhoch mit Wasser voll, da war nix zu wollen, der Wasserdruck war unglaublich, so etwas habe ich noch nie erlebt. Scheiße schwamm durch unser Refugium und wir haben noch Glück gehabt, es hat nur zwei Drittel der Wohnung erwischt und es stand nur knöchelhoch. Feuerwehr und Stadt waren ( und sind) tagelang nicht zu erreichen, wir persönlich fühlen uns von offiziellen Stellen total im Stich gelassen, Leute, das war suboptimal, wir hätten niemanden erreicht. Aber wir haben Mitmenschen , die uns geholfen haben- sofort, ungefragt, einfach da-seiend. Wir danken Euch, Ihr seid wunderbar, ohne Euch wäre ich engültig zusammengebrochen- so gab mir das Kraft, zu beißen, zu schippen und trotz aller Weinerei alles zu tun, was zu tun ist.

Fazit: Herr Löwe und die Katzen sind wohlauf, das Wasser ist raus, kein Stromschaden, da ich in meiner fassungslosen Panik wenigstens EINEN klaren Gedanken hatte und die Hauptsicherung rausgedreht habe. Mein Mann ist der Fels in der Brandung, ich bin das hyperaktive Opossum. Seit gestern 17 Uhr ist alles auf relativem Normalnull, die Bautrockner laufen, Herr Löwe hat die Sichtung des noch zu rettenden Mobiliars beendet und während er schon wieder aufbaute , habe ich die letzten Liter Sagrotan verrfeudelt. Jetzt beginnt das große Warten auf die Handwerker, die Überlegungen, wie man deratige Wasserausweitungen besser frühzeitig dämmen könnte- und das Verhandeln mit den betroffenen Versicherungen. Morgen die Rückkehr ins Büro und hoffentlich dann auch peu à peu der Abschied vom posttraumatischen Wasserrauschen, dass ich seit Donnerstag vorzugsweise nachts oder dann höre, wenn ich mich mal 5 Minuten ruhig in irgendeine Ecke setze.

Böse Schelte richte ich an die Ordnungshüter- die kamen nämlich nicht um zu helfen, sondern um uns anzumachen, wie wir es denn wagen könnten, unsere nassen Sachen auf die Straße zu räumen- und das obwhol genau dass die Ansage auf dem Anrufbeantworterband von BonnOrange war, die erst 48 Stunden gar nicht erreichbar waren und dann mitteilten, sie seien überlastet, man solle seinen Wasserschaden/ bzw. die durch das Wasser beschädigten Hausratsgegenstände auf die Straße stellen, da Sonderabfuhren die Quartiers abfahren. Und ich hab unsere Sachen ordentlich geschichtet, da gab es nix zu meckern. So geht man nicht mit Leuten um. Geht gar nicht. Ich hoffe, dass die anderen Betroffenen in Bonn, von denen es viele viel schlimmer als uns erwischt hat, besseren Zuspruch von öffentlicher Seite erhielten und noch erhalten werden.

SOKO und Daddy’o

Mein Sockenkoffer hat neue Bewohner- zunächst musste Lilli 7ihn erst einmal einweihen und probe liegen. Kaum macht man eine Kiste6 auf ist diese Katze drin. Dann habe ich ein Paar Socken in Baumwollstretchsockengarn von Wolle Rödel in richtig schönen quenchigen Farben angeschlagen- ich liebe Ringel in allen Varianten, und das erst seit Neuestem. b
Watch the market, it’s due to become a trend. Nadelstärke 2,5 ist angesagt und ich werde jetzt nach der Spitze auf zwei Rundstricknadeln wechseln und mal gucken, wie mir das so gefällt- just for a change. Die sind dann in den Sockenkoffer gezogen, nachdem Lilli -nicht ohne Protestnote an Amnesty International- das Koffergelände räumen musste.

Der Blauschal für Herrn Vater ist angeschlagen, in Männerwolle, sprich: Nicht zu fluffig. Aber was ich mir nicht nehmen lassen wollte war erstens: Kein Unischal- sowat kann man kaufen. Zweitens: Ein nettes Muster, und da ist der Klassiker in meinen Augen das große Korbwebmuster- extrem männertauglich.1 Not too much fuss but distintictive ;O). Meine selbstgesponnene Wolle war zu fluffig für einen Männerschal und Herr Löwe und ich haben ein wenig hin und her gewühlt im Stash. Ich bin sehr zufrieden, wie das Muster sich mit dem Farbverlauf des Superwashgarnes ( Ist für einen Männerschal, der erstens auch schon  mal einen Dreitagebart aushalten und zweitens mit auf Schreinerbaustellen muss echt angesagt) „Philadelphia“ von Butinette verträgt. Der Schal sollte auch aus genderreasons nicht zu dick sein, deslhalb muss er in Nadelstärke 2,5 gestrickt werden- kein Spass, aber ich werde es rechtzeitig vor dem ersten Frost schaffen, das steht mal fest.2Der Schal wird kein Überraschungsgeschenk. Deshalb darf ich den Forstschritt meiner Arbeiten daran hemmungslos posten, auch um meinem Vater ein wenig Vorfreude zu machen- der liest nämlich

meinen Blog- how cool ist that? Very cool ;O)



Fadenwerks Spulengeklapper: Swaledale

nun schau sich mal einer an, was sich so an der Spinnradfront tut. Ich habe zum einen dieses wunderbare 2 Ply  Yarn aus einem selbstgefärbten KammzugSwaledaleAugust2012 II

und einem kommerziell gefärbten roten Seide-Merino-Gemisch vom Wollschaf
gezwirnt.

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von der Haptik her eher stabil. Man könnte bestimmt gute Socken draus machen, wobei ich ja bis jetzt immer gesagt habe, ich werde aus selbst gesponnenem Garn niemals Socken stricken weil es einfach nicht stabil genug ist. Dieses hier aber schon: Handgefärbte Swaledale ist eher rustikal und erhält erst durch das Zwirnen mit dem Seide-Merino-Garn ein weiches finish. Als Single pur erinnert es mich an verpsonnene Heidschnucke. Also eher was für Wohnaccessoires, wenn frau so empfindlich ist wie ich.

Aber hier in der Kombination, doch, Sockengarn…auf jeden Fall einen Versuch wert. Es badet gerade und wird dann gewickelt und schon mal den anderen Bewohnern des SOKO vorgestellt. Das Swaledale habe ich auf meiner Ziege ganz fein ausgesponnen, die Seide-Merino-Qualität auf der Handspindel in Nähgarnstärke, so dass ich auf jeden Fall mit Nadeln Stärke 2,0 verstricken kann. Diese Seide-Merino-Gemisch gibt es beim Wollschaf in schönen Faben und die Qualität ist bahnbrechend- spinnt sich wie Butter. Auf der Handspindel als auch auf dem ESPINNER läßt sich das superfein ausspinnen und glänzt zum Niederknien. Der Seidenanteil verleiht aber nicht nur Glanz, sondern auch bei ganz feinem Garn wunderbare Stabilität. Als stabilisierende Beimischung beim Kardieren steht Seide ziemlich weit oben auf meiner Liebliste.

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SOKO

imageimageManchmal sitze ich an so einer  Bus- oder Bahnhaltestelle und habe Zeit totzuschlagen.Weil etwa der Bus oder die Bahn nicht kommt, weil ich zu früh beim Zahnarzt angekommen bin ( das ist die schlimmste Situation, gerade DORT Wartezeiten zu haben), weil meine Freundin zu spät im Café aufschlägt denn die Kinder mussten mal wieder zum Sport gefahren werden, weil der Fahrradreifen platt war….. Bis vor noch allzu langer Zeit hatte ich für derlei Situationen ein Sockenstrickzeug dabei. Nun hab ich ein Multipurpose- Luxusspielzeug namens iPad. Das passt auch prima in die Handtasche.Und schic und cool, multifunktional und überhaupt für alles Mögliche zu gebrauchen.
Unter anderem kann ich auf meiner Piano- App Tonleitern üben, ich kann mich ebenso musisch mit der Notenlern- App beschäftigen.Mahjong und Backgammon können endlich ohne Rücksicht auf Mitspielerinnen gezockt werden.Hörbücher,E- Books, Textverarbeitung, Fotos schießen,Videos drehen, Podcasts aufnehmen oder welche abonnieren. Alle Herrlichkeiten des Internets kann ich Genießen. So wie jetzt,denn jetzt kann ich mal einen Artikel über SOKO schreiben. Gemeint ist nicht die Sonderkommission zur Aufklärung irgendwelcher Kapitalverbrechen. Gemeint ist der Sockenkoffer, eine Erfindung von Herrn Löwe, der diesen herzigen Mauskoffer eigentlich nur als geckige Verwirrverpackung für‘ s iPad nutzen wollte. Rechnung ohne mich gemacht, mit meinem Hang zur Zweckentfremdung, dem nicht nur Tupperware- Artikel ( prima Aufbewahrung für Nadelspiele). Und Brotmesser ( Dosenöffner braucht kein Mensch) zum Opfer fallen.
Dieser Koffer wird in Zukunft die Ergebnisse meines Somo (Sockenmojo) beheben und ich find das nett. Hier als die
erst Dokumentation des SOKO- Status‘