Blueberry Pie

Das ist der Kammzug, Australmerino-Faser mit Ashford und Sewo handgefärbt. Ich hatte ihn bewusst nicht durchgefärbt, da kleine weiße Stellen im Kammzug sich nachher sehr schön im fertigen Garn darstellen.

 

 

Ich habe dieses schön schattierte Garn in Brombeer- und Violettönen Navajo gezwirnt. Ich  habe zum einen die Pigmente für die Violettöne aus „rot“ (Sewo) und „navy“ (Ashford) in Essigwasser gelöst und dann mit dem Pinsel aufgemalt, dann habe ich zum Schluss „rust“ ( Ashford) in Pulverform direkt auf den feuchten Kammzug gestreut, dies eine halbe Stunde wirken und diffundieren lassen und dann in der Mikrowelle 3 x 4 Minuten fixiert.

 

 

Schal und Handstulpen Anjuli

An diesem Projekt habe ich gemerkt, wie schnell ich mich täuschen kann.

Gedacht war der Schal im einfachen r-l 10/10 Muster als Mindless- Projekt. Fakt ist: Die Strickerei war so langweilig, dass er wochenlang rum lag, obwohl die Wolle- Schoppel Zauberball Crazy „Indische Rose“- erstens in genau meinen Farben und zweitens mit einem sehr schönen Verlauf gesegnet ist. Ich musste mental regelrecht auf mich einprügeln, ihn fertig zu stricken und nicht schon ein neues Projekt mit mehr Musterreiz anzuschlagen. Von Anfang an war er als Grundlage für eine Rosenapplikation gedacht, die ich in Nicky Epsteins Buch „Borten und Applikationen“endeckt hatte. Weil der Name der Wolle sich auf Indien bezieht, habe ich einfach auch einen indischen Vornamen gewählt, der mir aus dem Buch “ Palast der Winde“ bekannt ist und mir seitdem gut gefällt. Das Buch habe ich vor ca. 20 Jahren gelesen und seitdem mag ich diesen Namen.

Ich bin mit meiner Idee sehr zufrieden und freue mich jetzt schon darauf das Ergebnis zu tragen.

Die Handstulpen gingen ganz schnell, ich habe noch nicht mal einen Tag dafür gebraucht.

Und weil Hugo, der einzig coole Gartenzwerg in Bonn mein guter Strickkgeist war und mich beim Stricken im Hof immer so nett unterstützt hat, kommt er mit aufs Bild.

Ygritte

Endlich fertig ist ein Garn, dass aus einem der allerersten, zu Beginn dieses Färbejahrs selbst gefärbten Stränge schon vor
ein paar Wochen als Single gesponnen wurde. Und dann war ich unschlüssig, was daraus werden sollte. Ich dachte: „Entweder
ein Navajozwirn oder Perlen reinspinnen?…aber welche Perlenfarbe?….käme nicht die Strukturgebung einer Navajo-Zwirnung
diesen zarten Farben zugute?“ Die Entscheidung fiel für- wen wundert es?- für eine Zwirnung in der Navajo-Technik.

Drei Spulen Single wurden zu einem dicken Strang. Für welches Projekt könnte man diese doch sehr dezente Färbung vormerken? Sehr lange habe ich gegrübelt.

Nun weiß ich es: Ein muckeliger Ärmelschal aus dreifach gezwirntem Navajozwirn.

Da ich zurzeit meine Leidenschaft und eine durchaus vorhandene Geduld (!!!!) für Zopfmuster entdecke und gerade jetzt  ein wirklich nettes Guerillaprojekt auf den Nadeln habe, wird wohl auch hier die Zopfomania zuschlagen
 

…. aber : I take‘ em as they come…vielleicht fällt mir ja noch was Anderes zu diesem Garn ein.

Ashfordfarben auf Schurwolle, 100% Texel ,

meiner Meinung nach einer der besten Anfängerfasern, die man empfehlen kann.


Und trotz der leicht gelblich-beigefarbenen Tönung im Naturzustand bekommt man selbst zarte Pastells und Grautöne gut raus.

Littlefinger

Und hier ist der nächste Teil meiner GOT-Kammzug-Stashbusting-Serie.Ich beiße mich durch meine Färbeorgienvorräte, die mittlerweile Batallione von Kisten füllen. ( an dieser Stelle muss ich gestehen: gestern Abend habe ich tatsächlich um 20 Uhr nochmal die Farbtöpfe angeworfen- allerdings nur ein „informal dinner“…vier Kammzüge wurden schonmal in Herbstvorstellungen bemalt)Sich zum Spinnen die Wolle nach Themen auszusuchen ist ein enorm entscheidungsfördernder Prozess. Normalerweise stehe ich nämlich schmusend und unentschieden vor meinen Kammzügen und würde sie am liebsten alle gleichzeitig anspinnen.
Wieder 100% Alpaka, wieder ein Navajozwirn. Im Augenblick übe ich mich wirklich jeden Tag im Navajo-Zwirnen und ich muss sagen: Auch hier kann ich erst nach ein paar Strängen von wirklich „gelungen“ sprechen- es bedarf der Übung. Der Jumbo-Flyer ist dazu enorm hilfreich, weil er mich langsam und  sehr konzentriert macht- ich lasse es ja sonst ganz schön krachen mit dem Schnellspinnwirtel und rocke gern die Einzugsöffnung. Bei der Navajo-Technik geht das nicht- und auch bei meiner nächsten Technik auf dem Noch-Lern-Wunschzettel ist das nicht zielführend: Coils. Aber dazu später määäähhhrrrr….

In prachtvollen Farben, die nur ein Pfau wie Lord Littelfinger ohne

Skrupel trägt, kommt die Schmusewolle daher…was draus werden wird? Na klar- luxuröse Armstulpen! Keine Handstulpen, das mag ich dem Alpaka nicht antun.

Es ist spannend zu sehen, was auf dem Weg vom naturfarbenen
Kammzug über das Färben zum Spinnen bis zum Verzwirnen alles passiert.

Wie sich Farben mischen, trennen, ineinander auflösen.

The Tully’s flowerbed

Nun habe ich endlich den großen Flyer für das Minstrel und seitdem zwirne ich begeistert auf Antoschka in Navajotechnik,

„gelernt“ bei Chantimanou über Jupptjupp und mit „Get Spun“. Hier einmal ein handbemalter Merino-Bambus-Kammzug

 

Ein Garn im August!!!

Kennt Ihr Phoebe? Die schräge Gitarrenspielerin mit Öko-Transzendenz-Attitüde

 aus der Fernsehserie FRIENDS ?

Diese Phoebe hatte in einer Serie eine Katze per Kurzzeitadopition beim Wickel und dichtete dem verwahrlosten Tier ein Lied 
namens Schmuddelkatz-der Text war ähnlich wenig reimlastig und inhaltsdissoziativ wie alle Texte die die Möchtegern-Joplin
 immer mal wieder von sich gab- aber irgendwie blieb dieser Text haften bei mir und das nunmehr seit über 10 Jahren. So trällere
ich also beständig "Schmuddelkatz, oh Schmuddelkatz, was bist Du für ein süßer Fratz" wenn ich zu hauslautstarker Musik mit
einem meiner Stubentiger über den Spannteppich tanze. Meine Katzen finden das total toll, sie werden für ihr Leben
gern getragen, geknuddelt und hin- und hergewiegt...und sie sind die einzigen Lebewesen, die auch noch Laute des Wohlgefallens
 von sich geben, wenn ich singe. Die meisten meiner Mitmenschen begegnen Gesangsdarbietungen meiner Person entweder mit Oropax
- oder Heavy-Metal-CDs.

Neulich berichtete ich einem Bekannten von diesen eher unregelmäßigen, aber für alle Seiten ein Glücksgefühl von Kindergartenatmosphäre 
und Heilewelt-Ssyndrom hinterlassenden Gelegenheiten- mit dem Ergebnis dass ich mit einem Blick gemustert wurde der mir sagte :
"Gaaanz ruhig, wir nehmen jetzt erstmal diese netten, rosafarbenen Pillen und dann rufen wir die Männer mit den schicken Jacken,
die Schlaufen an den Ärmeln haben."  Als ich verwirrt fragte, was denn daran so ungewöhnlich sei und schon halb mit einer Bemerkung 
über meinen einschlägig bekannten Mangel an Musikalität rechnete, kam ein  "Du TANZT alleine vor Dich hin in Deiner Wohnung?"

Na, ich tanze ja nicht alleine vor mich hin, sondern mit meinen Katzen- und wo bitte kämen wir hin, wenn ich dies beispielsweise VOR 
meiner Wohnung täte 
und nicht IN?


Also ich käme dann schleunigst mit auf die nächste Wache oder ins LKH, nehme ich mal an. Ja klar, barfuß übern Teppich schubbern und 
einfach so  mit dem Popo wackeln- ich muss dafür nicht ins Fitness-Studio und es ZUMBA nennen oder Salsa-Robic oder wieauchimmer. 
Man verstehe mich nicht falsch: Ich halte sehr viel von Fitness-Studios, aber wenn ich dämlich rumzappeln und in Schieflage 
"Englishman in New York" plärren will, dann ist das nicht der Ort meiner Wahl. 


Einfach so vor sich hinsingen ohne Sinn und Verstand, dass macht die Lunge und den Kopp frei und bei mir Zuhause auch die Katzen und 
meinen Ehemann ganz amüsiert, weil der mich dann allerpossierlichst ( "elle est si drôle") findet und seinem Hobby- der Photgrafie von Naturphänomena frönen kann.
Teppichtanzen macht glücklich im eigenen Mikrokosmos und versöhnt einen mit der Welt, wenn der Tag mal wieder echt bescheiden war.
 Man fühlt den Song und bewegt sich ohne darauf zu achten wie und ob zum Rhythmus oder asynchron oder wasauchimmer. Eine kleine Freiheit, 
eine kleine Schrägheit....die gut für das Ich-Empfinden ist. Ich identifiziere mich nicht mit diesem Charakter- 

ich musste nur darüber nachdenken, als ich den 2-Ply fertig stellte. Graues Alpaka und handgefärbter Polwarth-Kammzug


Tada! auch etwas, das glücklich macht, weil es irgendwie schräg ist

Ausgeglast 2012

 

Meine Solarfärbungen, welche ich am 07.07.2012 angesetzt hatte.
Der violette Kammzug ist mit Blauholz. Der grüne Kammzug mit Birkenblättern
 und Kupfersalz, der gelbe Strang ausschliesslich mit Birkenblättern. Das Spülwasser
 wurde ordnungsgemäß aufgefangen
 und geht mit den Farbresteeimern zu Sonderentsorgung bei der Deponie-
 in Bonn kann man das regelmäßig abgeben,das
 ist praktisch.